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Die Hygieneampel, EHEC und das Verbraucherschutzproblem

Es rumort gewaltig in der Gastronomie- und Lebensmittelbranche. Zuerst die Nachricht, dass die sogenannte Hygieneampel für Restaurants schon 2012 eingeführt wird und jetzt noch die Verunsicherung im Fall des EHEC Erregers.
Kaum einer weiß, wo er genau dran ist und somit ist das Chaos und die Angst erst einmal groß. Diejenigen, die sich noch vor zwei Wochen gegen eine Hygieneampel an ihrer Restauranttür ausgesprochen haben, sind jetzt die ersten, die ihre Lieferanten um mehr Transparenz und Herkunft des Gemüses bitten.
Mir werfen sich in letzter Zeit viele Fragen zum Thema Verbraucherschutz auf. Ich verstehe zum einen die Panik der Gastronomen und die hilflose Phrasendrescherei des DEHOGA nicht. Der Verband und die Gastronomie an sich sollten in dieser Frage eigentlich stark genug sein, um einen Konsens zu erreichen, der für beide Parteien sinnvoll ist. Die Kontrollen werden dadurch ja nicht vermehrt sie werden nur veröffentlicht. Viele von uns kennen diese Situationen, in denen ein Kontrolleur unerwartet vor der Küchentür wartet um den Betrieb zu prüfen. Das dieser Kontrolleur auch i.d.R. etwas findet, da er ja auch eine Daseinsberechtigung haben muss, ist auch jedem Koch bekannt. In meinen zehn Berufsjahren hatte ich noch nie eine Kontrolle die nichts gefunden hatte, aber im Gegenzug auch noch nie etwas Ernstes reklamiert hat. Da mussten Heizkörper abmontiert oder Verblendungen angebracht werden, Bretter mal wieder zum Schleifer und die Seifenspender und Handtuchhalter hingen an falscher Stelle. An der generellen Hygiene oder der Qualität der Lebensmittel wurde nie etwas ausgesetzt. Solche Verstöße hatten bisher ja auch Verwarnungen, Strafen oder letztendlich die Schließung des Betriebes zur Folge. Es wird sich an der Sache also nichts ändern, außer der Veröffentlichung der Bewertung. Jeder Gastronom kennt diese Richtlinien und kann sich darauf einstellen.
Viel bedenklicher finde ich die Verteilung der Hygieneampel und die der Transparenz. Bekommen Metzgereien, Bäckereien, Cafés, Tankstellen und ähnliche Betriebe auch so einen Ampel? Wie sieht es mit Supermärkten aus? Bekomme ich eine Übersicht wann der Salat geliefert wurde, oder muss weiterhin beobachten, wie die Köpfe von Tag zu Tag kleiner geschält und der Schnittstellen immer brauner werden?
Auch würde mich ein Schild an jedem Acker und landwirtschaftlichen Betrieb freuen auf dem sämtliche Pestizide, Düngemittel und eingesetzten Gifte samt Nebenwirkungen gekennzeichnet sind. Auch der Einsatz von genmanipuliertem Saatgut sollte meiner Meinung nach auf jedem Feld und Acker gekennzeichnet sein. Ich hoffe, dass in diesem Fall der Einfluss der Lobbyisten von Monsanto und Co auf die Politik nicht zu hoch ist. Der EHEC-Skandal spielt der Anti-Biolobby jedenfalls in die Karten. Es gibt also noch viele Hausaufgaben zu erledigen und viel vor der eigenen Haustüre zu kehren, bevor man die Transparenzdebatte beschimpft oder gutheißt.

3 thoughts on “Die Hygieneampel, EHEC und das Verbraucherschutzproblem”

  1. Bitte ;-) Es wäre in Zukunft aber hilfreich, wenn Du das Danke noch etwas konkretisierst, damit ich besser darauf eingehen kann. Grüße Mario
  2. Wäre wirklich schön,wenn diese Ampel endlich mal kommen würde.. Was den EHEC Skandal angeht..kann sich noch jemand an Gammelfleisch und Dioxin erinnern ?? Ich befürchte,auch dieses Thema wird in 2-3 Wochen gegessen sein(im wahrsten sinne des Wortes) bis dahin reicht es den Verbraucher zu beruhigen in dem man(wie im falle meines arbeitsgebers) einfach den Salat,Tomaten und Gurken von der Speisekarte nimmt...Hurra !!

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