Allgemein Konsum Tipps

Slow Food

Der nun doch schon einige Jahre anhaltende Hype und das damit verbundenen Geschäft mit Lebensmitteln, Kochbüchern und Ernährungskonzepten hat die Gastronmie in den letzten Jahren nachhaltig verändert. Die Gäste sind aufgeklärter, kritischer und ernähren sich bewusster. Ansprüche steigen, Bio boomt und durch die vielen Lebensmittelskandale möchten immer mehr Verbraucher wissen, woher ihre Lebensmittel stammen. Vielleicht waren gerade diese Skandale, wenn man sie denn als solche betiteln möchte, genau das nötige Zünglein an der Waage um die unkritische Masse von Schnäppchenjägern, Massentierhaltungskonsumenten und Fastfood-Junkies zum Nachdenken zu bewegen.

Mir ist bewusst, dass sich nicht jeder Fleisch vom Metzger, Bio-Käse oder Gemüse aus kontrolliertem Anbau leisten kann. Ein Umdenken im eigenen Ernährungssystem hilft aber in vielen Fällen schon, um sich „besser“ zu ernähren. Benötige ich täglich Fleisch? Was hat einen Bio-Gurke aus Nordafrika für einen CO2-Wert? Warum muss ich Erdbeeren im Januar essen?

Wer sich regional und saisonal ernährt, kann oftmals auf überhöhte Preise und überteuerte Bioprodukte verzichten und dadurch auf besser produzierte Waren umsteigen. Ehrlich gebackene Brote und keine Backmischungen die im Preis-Leistungs-Verhältnis überteuert sind, Geflügel, das nicht überzüchtet und mit Medikamenten vollgestopft wurde oder eben auch Erdbeeren die schmecken und nicht nur gut aussehen.

Der Verein Slow Food Deutschland e.V. hat sich neben der Förderung verantwortlicher Landwirtschaft und Fischerei, artgerechter Tierhaltung und regionaler sowie saisonaler Genussvielfalt eben auch die Erhaltung der Kultur des Essens und Trinkens auf die Fahnen geschrieben. Als Non-Profit-Organistaion möchte der Verein Netzwerke und Brücken zwischen regionalen Erzeugern und Verbrauchern bilden. Qualität braucht Zeit ist einer der Leitsätze der Vereinigung, die Ende der Achtziger in Italien ins Leben gerufen wurde.

Seit kurzem bin ich nun auch überzeugter Anhänger und Mitglied dieser Gemeinschaft und möchte versuchen, den Slow Food Gedanken in unserem Restaurant einfließen zu lassen. Es bedarf sicherlich bei vielen an Überzeugungsarbeit, dass z.B. Gänse aus der Umgebung 2€ pro Kilo teurer, dafür aber garantiert unter guten Bedingungen groß geworden sind. Diese Überzeugungsarbeit leiste ich gerne und ich sehe sie sogar als meine Pflicht!

Wer mehr über Slow Food Deutschland erfahren möchte hat hier die Gelegenheit dazu.

 

 

2 thoughts on “Slow Food”

  1. Die Slow Food-Bewegung ist schon eine gute Idee, dagegen ist nichts zu sagen. Aber wenn ich mir Berichte von Treffen durchlese, die Adressen der regionalen Vertreter (bei mir seeeeehr dünn gesät) ansehe oder das gleiche mit Bildern von Treffen, Essen usw. ansehe, dann schreckt mich das eher ab. Es wirkt doch meist etwas sehr elitär.
  2. Den Eindruck hatte ich bisher noch nicht. Natürlich kann das regional abweichen, aber die bisherigen Gespräche verliefen bei mir recht positiv. Bei so vielen Idealisten kann die Sache auch mal aus dem Rahmen fallen, aber der Grundgedanke wird meines Erachtens nach dennoch gut vermittelt und umgesetzt.

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