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Die Geschichte des Tellergerichts

Für viele von uns gehört es zu den Dingen, die wir heute als normal und alltäglich ansehen. Das Tellergericht. Speisen werden heutzutage in fast allen Restaurants auf fertig angerichteten Tellern serviert, ab und zu wird diese Darbietung durch Gimmicks erweitert oder verändert. Zu verdanken haben wir diese Art der Speisenpräsentation den Gebrüdern Troisgros aus Frankreich. Als Pierre und Jean Troisgros in den sechziger Jahren auf Drängen ihres Vaters Jean Baptiste das erste Mal im Hôtel Moderne, dem heutigen Maison Troisgros in Roanne das Chefgericht ihren Gästen zur Schau stellten, ahnten die beiden Mitstreiter der Nouvelle Cuisine nicht, welche Folgen dies auf die Esskultur weltweit haben sollte. Ursprünglich suchten die beiden nur nach einer Möglichkeit, den von Escoffier aufgestellten Weg des Plattenservice zu umgehen, um ihrer Kreativität mehr Spielraum zu ermöglichen. Während in Deutschland, Italien oder den USA das Essen „familiär“ auf der Mitte des Tisches gestellt wurde, servierten die Franzosen von üppig ausgarnierten Platten. 1966 verließen die ersten beiden Chefgerichte auf eigens dafür hergestellten Tellern, die bisher verwendenten Teller waren zu klein, die Küche. Eines der beiden Gerichte, Lachs in Sauerampfersoße zählt bis heute zu den Klassikern des mehrfach ausgezeichneten Restaurants. Innerhalb weniger Jahre etablierte sich das Chefgericht bzw. der Tellerservice weltweit, da er neben den kreativen Vorteilen auch einen Großteil an Personal- und Warenkosten einsparte. Als letzte Bastion aus dieser Zeit sind heute noch der Dessert- und Käsewagen in einigen Restaurants anzutreffen.

1 thought on “Die Geschichte des Tellergerichts”

  1. Oh klasse, eine tolle Geschichte, deren Inhalt mir bisher gar nicht bewußt war. Muss ich gleich mal weiter nach den Troisgros googlen... Danke für mehr Wissen. :-)

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